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Das letzte Jahr und die damit verbundenen Einschränkungen stellen ohne Zweifel große Herausforderungen und eine Belastung für uns Studierende dar.
Die psychische Verfassung hängt von vielen Faktoren ab: dem persönlichen Umfeld, der finanziellen Lage uvm.

Hier möchten wir zeigen, wie es laut verschiedenen Umfragen den Studierenden geht:

JKU Linz
An diversen Universitäten, wie z.B. an der JKU Linz war die Zufriedenheit während der Krise bezüglich des digitalen Lehrbetriebs verhältnismäßig hoch. Im Jahr 2020 waren 49% der Befragten “eher zufrieden” und sogar 24% gaben an “sehr zufrieden” zu sein. Im Jahr 2021 stieg die Zufriedenheit sogar weiter an. So befindet sich die Zufriedenheit aktuell auf einem hohen Niveau von 80%.

Info-Grafik JKU
"Bereits im Mai haben wir als erste Uni österreichweit eine professionelle Umfrage zur Corona-Lage an der Uni durchgeführt. Die jetzigen Umfrageergebnisse zeigen, dass die JKU im Corona-Management viel richtig gemacht hat. Das lässt sich vor allem auf die konstruktive Zusammenarbeit zwischen uns als Hochschulvertretung und den Entscheidungsträgern an der Uni zurückführen. Gemeinsam mit den Lehrenden haben wir die Digitallehre weiterentwickelt und sichergestellt, dass der Studienfortschritt unter der Corona-Pandemie nicht leidet. Wir haben die Interessen der 23.000 JKU-Studierenden konsequent vertreten." – Mario Hofer, ÖH-Vorsitzender JKU


Pressekonferenz (26.2.2021)
Unsere Vorsitzende Sabine Hanger hat bei einer Pressekonferenz mit Wissenschaftsminister Heinz Faßmann und Uniko-Präsidentin Sabine Seidler einen Ausblick auf das kommende Sommersemester gegeben. Ein wichtiger Fokus dieser Pressekonferenz war auch die mentale Gesundheit der Studierenden.
Diesbezüglich wurde eine Umfrage im Februar durchgeführt, um zu erfahren, wie es uns Studierenden derzeit geht. Bei dieser Umfrage unter rund 500 Studierenden
gaben rund 60 Prozent an, durch die Pandemie im universitären Alltag sehr oder eher belastet zu sein. Beinahe 40 Prozent fühlten sich dagegen wenig oder gar nicht belastet.

Als Reaktion auf die stärkere psychische Belastung kündigte Wissenschaftsminister Heinz Faßmann an, dass Stellen für die kostenlosen psychologischen Studierendenberatung um 40% (was 15 Vollzeitstellen entspricht) aufgestockt werden.

Universität Wien (Stand Juni 2020)

Hintergründe der Umfrage

1635 Studierenden haben in einem Online- Fragebogen teilgenommen. Davon bezeichneten sich 73.8% als weiblich, 25.6% als männlich und 0.6% als divers. Die Befragten waren durchschnittlich 25.3 Jahre alt.

Zuerst wurden die Studierenden befragt, wie sich ihre sozialen Kontakte während der Corona Pandemie verändert haben. Dann zu ihrer Vorfreude auf die Wiedereinführung der Präsenzlehre. Abschließend wurde gefragt, welche Dinge ihnen am meisten fehlen.

  • Veränderung der sozialen Kontakte während des ersten Lockdown
Veränderung der sozialen Kontakte während des ersten Lockdown

Die Ergebnisse deuten auch darauf hin, dass es eine relativ große Gruppe gibt (etwas mehr als ein Drittel der Studierenden), deren Wohlbefinden und soziale Eingebundenheit sich über die Zeit des Home-Learning verschlechtert hat.

  • Vorfreude auf die Wiedereinführung der Präsenzlehre bzw Hybridmodus und warum?
Vorfreude auf die Wiedereinführung der Präsenzlehre bzw Hybridmodus und warum?

Die Präsenzlehre wird mehrheitlich vermisst. 49.4% der Befragten geben an, dass sie die Präsenzlehre sehr vermissen. 20.2% vermissen die Präsenzlehre eher. (16.4% wählten die neutrale Antwortalternative, während 5.7% die Präsenzlehre eher nicht und 8.3% gar nicht vermissen)
Je erfolgreicher sich Studierende bei der Bewältigung ihrer Aufgaben im Vergleich zu Beginn des Home- Learning fühlen, desto eher berichten sie auch Verbesserungen in ihrer Selbstorganisation.

  • Was vermissen die Studierenden bzw. was nicht?
Was vermissen die Studierenden bzw. was nicht?

Nicht vermisst wird die Anwesenheitspflicht auf vielen Hochschulen (Probleme von Vereinbarkeit von Studium und Erwerbstätigkeit oder Betreuungspflichten)
Am meisten vermisst werden soziale Kontakte, direkter Austausch mit Kolleg_innen und Lehrenden, die soziale Eingebundenheit, als auch die räumliche Trennung von Studium und Privatleben.
Zusätzlich wünschen sich die Studierenden, dass das Lernen für Prüfungen und die Erledigung von Aufgaben wieder in die Lernräumen und Lesesälen an den Hochschulen stattfinden kann.

Studierenden Sozialerhebung (Sommer 2019)
Gesundheit und Behinderung – Stressbedingte Schwierigkeiten und psychische Beschwerden

  • Im Sommersemester 2019 gaben 57% der Studierenden an, in ihrem bisherigen Studium mindestens eine der folgenden stressbedingten Schwierigkeiten gehabt zu haben.
Stressbedingte Schwierigkeiten und psychische Beschwerden

Frauen leiden laut der Umfrage weitaus häufiger als Männer an psychischen Beschwerden (insb. bei mangelndem Selbstwertgefühl und Versagensängsten/Prüfungsangst). Weiters zeigt die Altersverteilung, dass Studierende zwischen 26 und 30 Jahren mit Abstand am häufigsten mit stress- bedingten sowie psychischen Beschwerden konfrontiert sind, besonders häufig mit Existenzängsten. Besonders sichtbar waren die Verschiebungen bei den depressiven Verstimmungen und den Existenzängsten.

  • Stressbedingte Schwierigkeiten und psychische Beschwerden nach Hochschulsektoren und Lehrverbünden
Stressbedingte Schwierigkeiten und psychische Beschwerden nach Hochschulsektoren und Lehrverbünden

Im Hinblick auf die Studiengruppen fallen vor allem Pharmaziestudierende auf: 76% berichten von stressbedingten und psychischen Beschwerden. Dies liegt zum Teil an dem hohen Frauenanteil, dabei ist zu erwähnen dass auch die befragten Männer unter den genannten Beschwerden leiden. Auch Studierende der Rechtswissenschaften, sowie angehende Naturwissenschafter_innen, Ingenieur_innen und Geisteswissenschafter_innen an öffentlichen Universitäten, sind überdurchschnittlich häufig von stressbedingten und psychischen Beschwerden betroffen.

  • Zahlen zu der Inanspruchnahme der Psychologische Studierendenberatung
    Laut dieser Umfrage kennen 46% der Studierenden die Psychologische Studierendenberatung oder hat davon gehört. Aber nur ein Bruchteil davon nimmt das Beratungsangebot tatsächlich in Anspruch.
Zahlen zu der Inanspruchnahme der Psychologische Studierendenberatung

Das Beratungsangebot wird überdurchschnittlich häufig von Studierenden mit einer studienerschwerenden gesundheitlichen Beeinträchtigung/ Behinderung (16% bzw. 26% der Studierenden mit psychischer Erkrankung) sowie von Studierenden, die von stressbedingten oder psychischen Beschwerden (8% bzw. 10%) im Studium berichten, in Anspruch genommen. Dennoch scheint die Inanspruchnahme der Psychologischen Studierendenberatung trotz der hohen Betroffenheit von stressbedingten und psychischen Beschwerden im Studium weiterhin sehr gering zu sein.
Die Inanspruchnahme der Beratung ist sehr gering, aber wenn sie angenommen wird, dann bewertet die überwiegende Mehrheit der Nutzer/innen die Services der Beratungseinrichtung als hilfreich oder sogar sehr hilfreich.

"Wir leben in einer Gesellschaft, in der psychische Probleme zum Großteil nach wie vor Tabu-Thema sind. Das können und dürfen wir größten Krise in der Geschichte der zweiten Republik nicht mehr akzeptieren." – Sabine Hanger, ÖH Bundesvorsitzende.